Panorama

Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2026

Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2026. Der Sonderpreis geht an Basil Kerski.

Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur verlieh am 11.06.2026 zum zehnten Mal den Karl-Wilhelm-Fricke-Preis. Die feierliche Preisvergabe fand in der Räumen der Bundesstiftung in Berlin statt. Er zeichnet Persönlichkeiten, Initiativen, Projekte oder Institutionen aus, die sich in herausragender Weise für die Aufarbeitung von Diktaturen, für Freiheit, Demokratie und Zivilcourage engagieren. Seit 2017 wurden bereits 35 Preisträgerinnen und Preisträger geehrt. Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis würdigt dieses Jahr das Archiv Bürgerbewegung Leipzig für seine seit 35 Jahren geleistete Arbeit zur Sicherung, Erschließung und Vermittlung von Zeugnissen der Opposition und des Widerstands in der DDR. Die Jury hebte hervor, dass das Archiv aus bürgerschaftlichem Engagement hervorgegangen ist und bis heute in besonderer Weise von ehrenamtlicher Arbeit getragen wird. Es bewahre nicht nur Quellen zur Geschichte der SED-Diktatur, sondern mache sie für Öffentlichkeit, Forschung und Bildung zugänglich. Die Laudatio hielt der frühere DDR-Bürgerrechtler, Theologe und Politiker Frank Richter. Der Sonderpreis ging an Basil Kerski. Der Publizist, Ausstellungskurator und Kulturmanager ist seit vielen Jahrzehnten Brückenbauer zwischen den deutschen, polnischen und europäischen Erinnerungskulturen. Die Jury würdigte seinen Beitrag zu einer offenen Auseinandersetzung mit Diktaturerfahrungen, Freiheitsbewegungen und demokratischem Wandel in Europa. Laudatorin war Katrin Budde, ehemalige Vorsitzende des Kulturausschusses im Deutschen Bundestag und Mitglied der Jury. Mit dem Nachwuchspreis wurden Hanna Müller und Weronika Vogel für „Eastplaining. Der Ostblog“ ausgezeichnet. Das Online-Projekt greift ostdeutsche Erfahrungen, DDR-Geschichte und Gegenwartsdebatten aus der Perspektive einer jungen Generation auf. Es verbindet historische Aufklärung mit publizistischer Intervention und trägt dazu bei, ostdeutsche Themen differenziert und verständlich in gesamtdeutsche Debatten einzubringen. Die Laudatio hielt der Autor und politische Aktivist Jakob Springfeld. Der Preis ist benannt nach dem Journalisten und Publizisten Karl Wilhelm Fricke. Ermöglicht wurde er durch eine Spende des ehemaligen Fluchthelfers und Publizisten Dr. Burkhart Veigel.

Eine Zeitung liegt auf dem Tisch.

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