Wie erinnern wir? Wer erzählt Geschichte und aus welcher Perspektive? Wie verändern sich Begriffe wie Kampf oder Widerstand? Welche Rolle können Kunst und gesellschaftliches Engagement in der Erinnerungsarbeit und beim Aufbau von Beziehungen über Grenzen hinweg spielen? Wofür kämpfen wir heute? Die Konferenz KÄMPFERINNEN* sucht nach Antworten auf diese Fragen aus historischer, kultureller und künstlerischer Perspektive. Einen der Schwerpunkte der Konferenz bilden historische Erfahrungen von Frauen im Widerstand. Besondere Aufmerksamkeit gilt den unterschiedlichen Formen von Kampf und Widerstand sowie den Spannungen zwischen Alltag und Heroisierung – betrachtet aus polnischem und deutschem Blickwinkel. Dazu diskutieren im ersten Panel Dr. Iwona Dadej (Historikerin) und Susanne Schade (Gedenkstätte Deutscher Widerstand).
Der zweite Teil der Konferenz widmet sich der gegenwärtigen Erinnerungskultur sowie Fragen von Anwesenheit und Abwesenheit in der Geschichte. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Formen des Erzählens über die Vergangenheit, Mechanismen des Ausschlusses und der Marginalisierung sowie die Möglichkeit, vielfältigere historische Narrative zu entwickeln. Es sprechen Dr. Jadwiga Kamola (Historikerin, Kuratorin, Autorin) sowie eine weitere Gästin (TBC).
Ein dritter Schwerpunkt befasst sich mit der Rolle von Kunst und kulturellen Praktiken als Instrumenten der Erinnerungsarbeit sowie als Formen zeitgenössischen Widerstands und gesellschaftlichen Engagements. Zeitgenössische künstlerische Praktiken – von visueller Forschung bis hin zu performativen und archivbezogenen Arbeiten – ermöglichen es, die Vergangenheit zu rekonstruieren und ihr zugleich neue Bedeutungen und Formen der Präsenz zu verleihen. Es diskutieren die Künstlerinnen Karolina Gembara und Lia Dostlieva.
Ausgangspunkt der Konferenz sind die Geschichten polnischer Frauen, die mit dem Widerstand während des Zweiten Weltkriegs verbunden waren – Migrantinnen, Kurierinnen und Untergrundaktivistinnen, deren Biografien über viele Jahrzehnte nahezu unbekannt geblieben sind. Ihre Lebenswege bilden den Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen weiblicher Kämpfe und Handlungsmacht – von Untergrundtätigkeit und Widerstand über Erinnerungsarbeit bis hin zu zeitgenössischen künstlerischen, sozialen und aktivistischen Praktiken. Ihre Porträts stehen im Zentrum des Eröffnungsvortrags von Anna Krenz sowie der begleitenden Ausstellung.
Begleitend zur Konferenz wird die Ausstellung KÄMPFERINNEN* – Polnische Frauen im Widerstand von Anna Krenz gezeigt. Sie präsentiert die Biografien von fünf polnischen Frauen, die während des Zweiten Weltkriegs auf unterschiedliche Weise mit Berlin verbunden waren – von organisierter Spionagearbeit bis zu alltäglicher Solidarität und Hilfe. Fünf Frauen. Fünf Wege. Ein gemeinsamer Mut. Die Ausstellungseröffnung findet im Anschluss an die Konferenz um 19 Uhr statt.
Die Konferenz ist Teil des Jubiläumsprogramms Zwischen Berlin und Warschau – 35 Jahre Nachbarschaft, konzipiert und umgesetzt vom Deutschen Polen-Institut, unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Kai Wegner und gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Partner ist das Pilecki-Institut Berlin.
Der Eintritt ist frei, die Platzzahl begrenzt. Wir bitten um Anmeldung hier