Panorama

Der beste deutschsprachige Comic beginnt auf einem Polenmarkt

Der Max und Moritz-Preis gilt als wichtigste Auszeichnung für Comic-Kunst und grafische Literatur im deutschsprachigen Raum

Die Graphic Novel „Der verkehrte Himmel“ von Mikael Ross (Avant-Verlag, 2024) ist während des Comic-Salons in Erlangen als bester deutschsprachiger Comic des Jahres 2026 ausgezeichnet worden. Der Max und Moritz-Preis, von der Stadt Erlangen im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Comic-Salons verliehen, gilt als wichtigste Auszeichnung für Comic-Kunst und grafische  Literatur im deutschsprachigen Raum. Darin geht es um Migration und Menschenhandel. Im Mittelpunkt stehen drei Teenager aus Berlin-Lichtenberg, die in diese Verbrechen hineingezogen werden – es geht um Freundschaft, Gewalt, Versagen und Liebe, erzählt in unterschiedlichen Sprachregistern. Das Buch knüpft mit seiner Schwarz-Weiß-Optik an die besten Traditionen des Film Noir an und greift zugleich die Ästhetik japanischer Mangas auf. Es ist ein hitziger Thriller, der auf dem Polenmarkt an der deutsch-polnischen Grenze in Hohenwutzen beginnt, durch Berliner Plattenbausiedlungen und Schrebergärten führt und zugleich weit über diesen Raum hinausweist. Es ist ein vielschichtiger Comic, in dem die Figuren mit großem Respekt gezeichnet werden und der zugleich humorvoll und spannend ist. Auf Polnisch erschien das Buch 2025 unter dem Titel „Nirvana jest tu“ im Timof Comics Verlag in Warschau. Übersetzt wurde es von unserem DIALOG-Redaktionskollegen Arkadiusz Łuba.

Die Collage zeigt die Gesichter von Mateusz Morawiecki, Karol Nawrocki und Jarosław Kaczyński

Kaczyński schwächelt. Die polnische Rechte ordnet sich neu

Jarosław Kaczyński beherrschte über Jahre die rechte Seite der polnischen politischen Bühne. Jetzt schwächelt er, und auf der Rechten beginnt ein Machtkampf. Könnte Präsident Karol Nawrocki zum Schirmherrn des gesamten Lagers werden?
Rafał Kalukin
ine Collage zeigt eine Frau, umrahmt von Motiven, die mit dem Polentum assoziiert werden

Polonia, wer bist du? Auf der Suche nach polnischer Zugehörigkeit

Der Begriff „Polonia“ scheint eindeutig. Doch je näher die Autorin ihm kommt, desto unklarer wird ihr, wer dazugehört – und warum sie selbst sich darin nicht wiederfindet.
Oliwia Hälterlein
Menschen in einem Ausstellungsraum.

Die Vergangenheit ist bis heute da. Ostgebiete – Ziemie Zachodnie

Die Ausstellung „Ostgebiete / Ziemie Zachodnie“ erzählt unaufgeregt und persönlich deutsch-polnische Beziehungsgeschichten ohne Versöhnungskitsch.
Felix Ackermann