Die Graphic Novel „Der verkehrte Himmel“ von Mikael Ross (Avant-Verlag, 2024) ist während des Comic-Salons in Erlangen als bester deutschsprachiger Comic des Jahres 2026 ausgezeichnet worden. Der Max und Moritz-Preis, von der Stadt Erlangen im Rahmen des alle zwei Jahre stattfindenden internationalen Comic-Salons verliehen, gilt als wichtigste Auszeichnung für Comic-Kunst und grafische Literatur im deutschsprachigen Raum. Darin geht es um Migration und Menschenhandel. Im Mittelpunkt stehen drei Teenager aus Berlin-Lichtenberg, die in diese Verbrechen hineingezogen werden – es geht um Freundschaft, Gewalt, Versagen und Liebe, erzählt in unterschiedlichen Sprachregistern. Das Buch knüpft mit seiner Schwarz-Weiß-Optik an die besten Traditionen des Film Noir an und greift zugleich die Ästhetik japanischer Mangas auf. Es ist ein hitziger Thriller, der auf dem Polenmarkt an der deutsch-polnischen Grenze in Hohenwutzen beginnt, durch Berliner Plattenbausiedlungen und Schrebergärten führt und zugleich weit über diesen Raum hinausweist. Es ist ein vielschichtiger Comic, in dem die Figuren mit großem Respekt gezeichnet werden und der zugleich humorvoll und spannend ist. Auf Polnisch erschien das Buch 2025 unter dem Titel „Nirvana jest tu“ im Timof Comics Verlag in Warschau. Übersetzt wurde es von unserem DIALOG-Redaktionskollegen Arkadiusz Łuba.