Panorama

Leipziger Buchmesse 2027 mit Ländern des Weimarer Dreiecks

„Beziehungsweise Europa“: Gastlandauftritt von Polen, Frankreich und Deutschland auf der Leipziger Buchmesse, 18.–21. März 2027

Zum ersten Mal in der Geschichte der Leipziger Buchmesse präsentieren sich 2027 mit Polen, Frankreich und Deutschland drei Länder – in der politischen Sphäre auch als Weimarer Dreieck bekannt – gemeinsam als Gastland. Getragen wird der Auftritt von den drei Kulturinstituten der Länder – dem Polnischen Institut, dem Institut français und dem Goethe-Institut. Gemeinsam mit dem Kurator Thorsten Dönges (Literarisches Colloquium Berlin) entwickeln Myriam Louviot (Institut français), Karolina Golimowska (Polnisches Institut) und Wolf Iro (Goethe-Institut) mit „Beziehungsweise Europa“ derzeit ein Programm, das literarische Perspektiven aus Polen, Frankreich und Deutschland zusammenführt und zugleich Impulse für aktuelle gesellschaftliche Debatten in Europa setzt. Es soll neugierig machen. Neugierig aufeinander, neugierig auf Literatur und neugierig auf den Austausch von Ideen und Perspektiven.

Der Auftritt des Weimarer Dreiecks auf der Leipziger Buchmesse 2027 widmet sich den Beziehungen, die die drei Länder und Gesellschaften verbinden, zugleich aber auch weiteren Beziehungen, so beispielsweise zwischen Wissenschaft, Literatur und anderen Künsten, zwischen literarischen Genres, zwischen Geschichte und Tradition, Mensch und Natur, Technologie und Medien.

Das Weimarer Dreieck ist ursprünglich ein politischer Begriff: Polen, Frankreich und Deutschland haben sich dazu bekannt, die europäische Idee gemeinsam zu stärken und weiterzuentwickeln. Seit seiner Gründung 1991 steht das Weimarer Dreieck für Dialog, Verständigung und die gemeinsame Verantwortung für die Zukunft Europas.

Welche Themen bestimmen die gesellschaftlichen Debatten in Polen, Frankreich und Deutschland? Was waren und sind Bedingungen für Verständigung und Versöhnung? Wie entstehen Vertrauen, aber auch Misstrauen und Missverständnisse? Welche Rolle spielen Geschichte und Geschichtsbilder für gegenwärtige Debatten? Das Programm fragt nach einer gemeinsamen Gestaltung der Zukunft und danach, wie wir Krisen und Ängsten besser begegnen können. Darüber hinaus richtet sich der Blick auf den Einfluss neuer Technologien auf Gesellschaft, Politik und Literatur, auf die Genres, die den Buchmarkt derzeit prägen, sowie auf die Frage, wie sich die Bedeutung von Kunst und Literatur aus der Perspektive eines jungen Publikums verändert.

Das Programm löst sich bewusst vom klassischen „Gastlandauftritt“ und von der Idee, es gebe vermeintlich homogene Nationalliteraturen. Vielmehr soll zwischen den Zeilen gelesen werden, zwischen den Sprachen, zwischen allen Identitätszuschreibungen. Der gemeinsame Gastlandauftritt betont: Austausch, Solidarität und Zusammenarbeit sind wichtiger denn je.

Weitere Informationen folgen später unter: https://www.leipziger-buchmesse.de/

Die Collage zeigt die Gesichter von Mateusz Morawiecki, Karol Nawrocki und Jarosław Kaczyński

Kaczyński schwächelt. Die polnische Rechte ordnet sich neu

Jarosław Kaczyński beherrschte über Jahre die rechte Seite der polnischen politischen Bühne. Jetzt schwächelt er, und auf der Rechten beginnt ein Machtkampf. Könnte Präsident Karol Nawrocki zum Schirmherrn des gesamten Lagers werden?
Rafał Kalukin
ine Collage zeigt eine Frau, umrahmt von Motiven, die mit dem Polentum assoziiert werden

Polonia, wer bist du? Auf der Suche nach polnischer Zugehörigkeit

Der Begriff „Polonia“ scheint eindeutig. Doch je näher die Autorin ihm kommt, desto unklarer wird ihr, wer dazugehört – und warum sie selbst sich darin nicht wiederfindet.
Oliwia Hälterlein
Menschen in einem Ausstellungsraum.

Die Vergangenheit ist bis heute da. Ostgebiete – Ziemie Zachodnie

Die Ausstellung „Ostgebiete / Ziemie Zachodnie“ erzählt unaufgeregt und persönlich deutsch-polnische Beziehungsgeschichten ohne Versöhnungskitsch.
Felix Ackermann