Panorama

Jahrbuch Polen 2026 mit dem Schwerpunkt „Romantik“ erschienen

Das neue Jahrbuch des Deutschen Polen-Instituts befasst sich mit dem Erbe der polnischen Romantik.

Polen und die Romantik – eine Beziehung, die bis heute nachwirkt. Der neue Band des Deutschen Polen-Instituts in Darmstadt nimmt das romantische Erbe des Landes unter die Lupe und blickt kritisch auf Politik, Gesellschaft, Kunst und Literatur. Denn die Romantik gehört noch immer zur kulturellen DNA der Polen. Wer das Land verstehen will, kommt an diesem Jahrbuch nicht vorbei.

Kaum eine andere Epoche hat die polnische Politik und Gesellschaft so nachhaltig geprägt wie die Romantik. „Die Romantik ist für Polen das Lebenselixier“, brachte es der Kulturmanager und Übersetzer Karl Dedecius einst auf den Punkt. Die Polen lebten mit ihren Dichtern und dem Wort – schließlich sei das Wort die einzige Materie gewesen, die das Volk zusammengehalten habe. Was ein Dichter schrieb, das galt als Gesetz. Und in Krakau, so Dedecius, liegen die Dichter neben den Königen begraben. Ein Bild, das es anderswo kaum gibt.

Ohne den „romantischen Code“ der polnischen Literatur, so eine verbreitete These, lässt sich die polnische Geschichte kaum entschlüsseln – nicht die Kultur, nicht die Gesellschaft, nicht die Politik von heute. Noch bis vor Kurzem galten die Polen im „vernünftigen“ Westeuropa als unverbesserliche Romantiker: als Menschen, die sich hoch emotional politische Ziele setzten, obwohl von Anfang an klar war, dass sie scheitern würden. Diese Rolle des Opfers, ja eine ganze „Kultur des Scheiterns“, wirkt bis heute nach. Sie mobilisiert, wenn es um das eigene Geschichtsbild geht – und hat direkte Folgen für Erinnerungskultur und Gedenkpolitik in Polen.

Genau diese Zusammenhänge wieder ins Bewusstsein zu rufen, hat sich das Jahrbuch zur Aufgabe gemacht. Es spürt den Ideen der Romantik in der modernen polnischen Gesellschaft nach, ordnet sie ein und macht sie einem deutschen Publikum zugänglich.

Das Jahrbuch kann auf der Seite des Verlags bestellt werden:

Harrassowitz Verlag – The Harrassowitz Publishing House Harrassowitz Verlag

Die Collage zeigt die Gesichter von Mateusz Morawiecki, Karol Nawrocki und Jarosław Kaczyński

Kaczyński schwächelt. Die polnische Rechte ordnet sich neu

Jarosław Kaczyński beherrschte über Jahre die rechte Seite der polnischen politischen Bühne. Jetzt schwächelt er, und auf der Rechten beginnt ein Machtkampf. Könnte Präsident Karol Nawrocki zum Schirmherrn des gesamten Lagers werden?
Rafał Kalukin
ine Collage zeigt eine Frau, umrahmt von Motiven, die mit dem Polentum assoziiert werden

Polonia, wer bist du? Auf der Suche nach polnischer Zugehörigkeit

Der Begriff „Polonia“ scheint eindeutig. Doch je näher die Autorin ihm kommt, desto unklarer wird ihr, wer dazugehört – und warum sie selbst sich darin nicht wiederfindet.
Oliwia Hälterlein
Menschen in einem Ausstellungsraum.

Die Vergangenheit ist bis heute da. Ostgebiete – Ziemie Zachodnie

Die Ausstellung „Ostgebiete / Ziemie Zachodnie“ erzählt unaufgeregt und persönlich deutsch-polnische Beziehungsgeschichten ohne Versöhnungskitsch.
Felix Ackermann