Nach dem politischen Umbruch 1989/90 entstanden in ganz Polen Vereine der deutschen Minderheit. Schnell zeigte sich die Notwendigkeit, eine gemeinsame Organisation zu gründen, die ihre Interessen vertreten und ihre Aktivitäten koordinieren könnte.
Am 15. September 1990 trafen sich in Breslau 26 Vertreter deutscher Vereine. Es wurde beschlossen, einen gemeinsamen Dachverband zu gründen. Am 27. August 1991 wurde der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften mit Sitz in Oppeln beim Gericht registriert. Seitdem hat er sich zur zentralen Organisation der deutschen Minderheit in Polen entwickelt und setzt sich für den Erhalt und die Förderung von Sprache, Kultur und Identität sowie für die Interessenvertretung der deutschen Minderheit ein. Heute ist der VdG Ansprechpartner für die deutsche und die polnische Regierung in Fragen der Minderheitenpolitik und koordiniert die Arbeit zahlreicher Mitgliedsorganisationen im ganzen Land.
Vorsitzender des Verbandes ist seit Mai 2022 Rafał Bartek, der auf Bernard Gaida folgte, welcher den VdG zuvor zwölf Jahre lang geleitet hatte.
Das Jubiläum des VdG bietet Anlass, auf drei Jahrzehnte Verbandsarbeit zurückzublicken, die die deutsche Minderheit in Polen maßgeblich geprägt hat, von der Gründung mehrerer regionaler Gesellschaften nach dem Ende des kommunistischen Regimes bis zur heutigen Rolle als Dachorganisation mit Hunderten Begegnungsstätten im ganzen Land.