Das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften (CBH PAN), mit Sitz im Stadtteil Pankow, wurde vor 20 Jahren auf Initiative von Minister Władysław Bartoszewski als erste ausländische Forschungseinrichtung der Polnischen Akademie der Wissenschaften gegründet. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Erforschung der deutsch-polnischen Beziehungen im europäischen Kontext, der vergleichenden Geschichte und Erinnerungskulturen.
Am 16. Oktober 2026 wurde im Roten Rathaus das 20-jährige Bestehen des Zentrums mit einem Jubiläumssymposium unter dem Titel: „Neue Herausforderungen in der Geschichts- und Erinnerungsforschung. Die ersten 20 Jahre am Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften“ begangen. Nach der Begrüßung durch den Direktor des Zentrums, Prof. Dr. Igor Kąkolewski, folgten die ersten vier Grußworte, die von Iwona Jakuszko-Dudka (stellvertretende Botschafterin der Republik Polen), Basil Kerski (Präsident des Hauses der Geschichte NRW), Michael G. Müller (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Christian Lübke (ehemaliger Direktor des GWZO in Leipzig) gehalten wurden. Weitere Grußworte wurden über den Tag verteilt und von folgenden Personen gehalten: Lothar Konrad Sattler (Abteilungsleiter I, Bundes- und Europaangelegenheiten, Medienpolitik, Senatskanzlei Berlin), Anita Baranowska-Koch (Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin), Daria Mudzo-Wieloch (Geschäftsführerin der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung), Cornelius Ochmann (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung deutsch-polnische Zusammenarbeit), Anna Wolff-Powęska (Adam Mickiewicz Universität in Poznań) und Hans-Henning Hahn (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), wobei die letzten beiden als Videobotschaften abgespielt wurden. Die Veranstaltung moderierten Elisabeth Ritter (DPJW) & Jakub K. Sawicki (CBH PAN). Unter Berücksichtigung aktueller Debatten und zukünftiger Projekte diskutierten ehemalige und aktuelle Mitarbeitende des Zentrums über die Zukunft der gemeinsamen Forschung und die neuen Herausforderungen, die aus der sich wandelnden Lage in Europa resultieren. Im Verlauf des Symposiums wurden Themen besprochen, welche über die bilaterale deutsch-polnische Dimension hinausgehen und in den europäischen Diskursen präsent sind. Im ersten Panel ging es um die „Schlüssel zur Aussöhnung“, während im zweiten Panel die Frage aufgeworfen wurde, ob Erinnerung heute eigentlich dialogisch sein kann. Im dritten Panel wurde die mögliche „Rückkehr nationaler Egoismen“ thematisiert. Damit rückten die künftigen Herausforderungen für die deutsch-polnische Zusammenarbeit im europäischen Rahmen in den Mittelpunkt der Diskussion. Zum Abschluss fand ein resümierendes Gespräch unter dem Titel „Die Zukunft der Erinnerung“ statt. Es wurde vom Gründungsdirektor Prof. Robert Traba (Institut für politische Studien der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Warszawa) moderiert, führte die Ergebnisse der Debatten zusammen und ermöglichte einen Ausblick in die Zukunft.
Weitere Informationen und die jeweiligen Panelteilnehmerinnen und -teilnehmer finden Sie auf der Seite des Zentrums.